Matti Drechsel

Bezirksausschuss: Schwanthalerhöhe
Listenplatz: 508
Beruf: Stadtplaner
Alter: 33

Miteinander

Die Schwantalerhöhe und das Westend sind die coolsten Viertel in München. Hier gibt es noch einigermaßen bezahlbare Wohnungen, kleine Eckläden und zweifelhafte Lokale. Außerdem sind die Menschen die hier wohnen besonders vielfältig. Das alles ist für mich mehr als erhaltenswert, es sind Merkmale einer guten Stadtgesellschaft. Die Probleme im Stadtbild von denen Friedrich Merz sprach – einige von Ihnen werden sich angesprochen gefühlt haben. Unser Viertel passt nicht ins schwarzbraune Weltbild der Rechtsextremen in AfD und Union. Für mich ist klar: Das Westend und auch München, das sind wir alle! Egal mit welcher Hautfarbe und egal was im Pass steht. Unser Viertel und unsere Stadt sind so lebenswert, weil wir alle hier zusammen leben und Jeder und Jede etwas von sich selbst mit einbringt. Und so soll es auch bleiben. Engagement für das Viertel heißt daher für mich Inklusion, Vielfalt und Solidarität zu leben – kein Fuß breit dem Faschismus, kein Fußbreit der Deutschtümelei!

Tourist beim Fotografieren eines Gebäudes
Fenster eines Gebäudes in Nürnberg, Deutschland

Wohnen

Die Mieten sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und weder vom Bundestag noch vom Landtag ist signifikante Hilfe zu erwarten. Der Immobilienmarkt und die damit intrinsisch verbundene Spekulation sind zu fest in unserem System verankert. Im Stadtrat wird aber getan was auf Gemeindeebene möglich ist um das Schlimmste zu verhindern und auch im Bezirksausschuss gibt es einiges in diesem Kontext zu tun. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Mieterinnen selbst ihre Wohnhäuser erwerben können, dass sich noch mehr Baugruppen und kleine Genossenschaften gründen und das öffentliche Bauflächen nur über das Erbbaurecht und nur mit der Auflage bezahlbaren Wohnraum zu schaffen in private Hände geraten. Auch der spekulationsbedingte Leerstand im Wohnungsbestand sowie bei den Büroimmobilien muss bekämpft werden. Wo möglich muss der Umbau zu Wohnungen angegangen werden. Außerdem werde ich mich dafür einsetzen, dass mehr große Wohnungsbaugesellschaften in der Mietpreisbindung befindliche Wohnungen halten und neu bauen. Auch gegen illegal hohe Mieten muss endlich etwas getan werden. Ich werde das Mandat im Bezirksausschuss dazu nutzen, Betroffene zu vernetzten und Beratungsangebote aufzubauen. Die fetten Jahre bei den Spekulanten müssen jetzt enden!

Mobilität

Vision Zero – wir alle müssen mobil sein um unser Leben zu organisieren. Niemand kann sich dem Straßenverkehr ganz entziehen. Er muss also für Alle sicher sein. In Helsinki ist letztes Jahr kein einziger Mensch im Straßenverkehr gestorben. Dass zeigt, dass Vision Zero kein wilder Traum ist, sondern dass es sich lohnt darauf hinzuarbeiten. Ich möchte bei jedem anstehenden Verkehrsprojekt alle Mitsprachemöglichkeiten ausnutzen um zu erreichen, dass es wirklich für alle Verkehrsteilnehmerinnen sicher benutzbar wird.

Effizienz – Das Westend gehört zur Innenstadt und es ist eines der dichtesten Viertel in München weshalb die Straßenräume in den meisten Fällen nicht vergrößert werden können. Oft geht es daher nur um die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Fläche zwischen den Verkehrsträgern. ÖPNV, Fußverkehr und Radverkehr können dabei die meisten Menschen je Stunde auf der gegebenen Fläche bewegen. Der Autoverkehr ist mit Hinblick auf Flächenverbrauch und Verkehrsleistung der mit Abstand ineffizienteste Verkehrsträger. Es ist unmöglich, dass mit der im Westend zur Verfügung stehenden Fläche, jemals mehr als nur ein Bruchteil der Bewohnerinnen des Viertels ein Auto werden nutzen können. Da wer beruflich oder privat aus der Stadt auspendelt, in einigen Fällen dennoch auf das Auto angewiesen sein kann, setze mich dafür ein, dass bei anstehenden Verkehrsprojekten so viel Fläche wie möglich für Fuß- und Radverkehr sowie für den ÖPNV hergestellt wird und das so viel Fläche wie nötig für den Autoverkehr gesichert wird.

Lebensqualität – Egal ob wir im Schanigarten unserer Lieblingskneipe chillen, im Sommer den Schatten eines Baumes suchen, oder das nächste Straßenfest planen: ein großer Teil unseres Lebens und unserer Lebensqualität hängt mit den Straßen im Viertel zusammen. In Zukunft wird es noch wichtiger werden Flächen für Stadtbegrünung zu nutzen um damit die Stadt herunterzukühlen. Es wird noch wichtiger werden der steigenden Vereinsamung der Menschen zu begegnen und Treffpunkte zu schaffen. Es wird noch wichtiger werden der lokalen Wirtschaft gute Bedingungen zum Wachsen zu geben und lokales Engagement zu unterstützen. Straßen sind der zentrale öffentliche Raum in der Stadt und ich werde mich dafür einsetzen, dass er so vielen Menschen wie möglich zugute kommt.

Tourist beim Fotografieren eines Gebäudes